NUOVE STORIE - PEERS SEEMANNS BLOG
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LUCOMAGNO

Lo incontro sul treno. I denti sembrano più vecchi della faccia. Sorride. Berretto di lana, stile outdoor. Beve del tè da un thermos argentato. La cinquantenne nel compartimento opposto ha sbagliato treno. Voleva andare verso Est. Ora andiamo all’Ovest. Lui rimane silenzioso, poi entra nella conversazione. Mancato un treno a Basilea poco tempo fa. Passato la notte alla stazione. La cinquantenne lo chiede dove va. «Ho la bicicletta» dice. «Vado sul passo del Lucomagno, mi scavo un buco nella neve e dormo lì. Ho portato una pala.» Il giorno dopo scenderà in Ticino, per fare colazione. «Lì fa 20 gradi». Sorride.

La cinquantenne è metà impressionata, metà scettica. «E pericoloso, hai sentito che girovaga di nuovo un’orso della Slovenia?” Lui gode della conversazione. «Ho l’esperienza con le caverne di neve» dice.

La sera nello scuro scaverà un buco, a venti gradi sotto zero. Riscalderà le gambe e i piedi in piazza a Locarno, il mattino. Liberato dal sacco a pelo. Tralasciato dall’orso sloveno. Contemplando la primavera - in pieno febbraio.

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Ich treffe ihn im Zug. Die Zähne scheinen älter als das Gesicht. Lachend. Wollmütze im Outdoor-Stil, silberne Thermosflasche, aus der er Tee trinkt. Die Frau gegenüber sitzt im falschen Zug. Sie wollte ostwärts, nun fahren wir Richtung Westen. Er sitzt still da, dann beginnt er zu erzählen. Den Zug verpasst in Basel, kürzlich, auf dem Bahnhof übernachtet. Die Frau, etwa 50 Jahre alt, fragt ihn, wo er hinwolle. «Ich habe das Velo dabei», sagt er. «Ich fahre auf den Lukmanierpass, grabe mir eine Schneehöhle und schlafe dort. Ich habe eine Schaufel.» Am Morgen darauf möchte er ins Tessin, zum Frühstück. «Zwanzig Grad hat es dort.» Er lacht.

Die Frau ist halb beeindruckt, halb skeptisch. »Das ist gefährlich, haben Sie gehört, dass sich ein Bär aus Slowenien herumtreibt?» Er geniesst die Unterhaltung. «Ich habe Erfahrung mit Schneehöhlen», sagt er.

Am Abend wird er im Dunkeln ein Loch graben, bei zwanzig Grad Kälte. Am Morgen die Beine und Füsse aufwärmen, auf der Piazza in Locarno. Befreit vom Schlafsack. Verschont vom slowenischen Bären. Und den Frühling betrachten - im Februar.

Weststrasse

Ich mache gerne Streifzüge durch die Stadt. Oft fotografiere ich dabei: Häuser, das Panorama. 1994 habe ich die ganze Weststrasse in Zürich fotografiert, Haus um Haus, damals ein lärmender Krater, eine Schlucht, durch die Lastwagen donnerten. Aufgrund billiger Wohnungen beliebt bei einigen meiner Freunde.

Heute hält ein Lastwagen an der inzwischen autofreien Weststrasse. Einige Designer zügeln ihr Büro. Viele Fassaden gesamtüberholt. Schaufenster. Zwei Jungs tragen eine Kunstpalme in das Haus. Ich vergewissere mich, ob es dasjenige ist, in dem ein gefürchteter Kosovo-Albaner lebte, der im Boxclub trainierte. Ziemlich unberechenbar. Handelte mit Schmuck, fuhr Taxi. Ich mache Fotos. Schönes Wetter. Schnee. Eine Albanerin trägt den Wäschekorb das Treppenhaus hoch, gegenüber ein neues Café, in dem sich zwei türkisch sprechende Handwerker unter die Gäste mischen. Diese lesen Zeitung oder sitzen am Laptop.

Mittlerweile haben die Designer eine Lampe ausgeladen und jüdisch-orthodoxe Jungs fahren mit Kickboards vorbei. Keine Lastwagen. Man kann mitten auf der Strasse stehen und Fotos machen. Die Fassaden blättern. Noch.